Stalin-Note, es war der UdSSR zu Beginn der 1950er Jahre nicht verborgen geblieben, daß die Einbeziehung der Bundesrepublik in das westliche Verteidigungsbündnis bevorstand. Mit einer Note vom 10.3.1952 versuchte daher der sowjetische Diktator Stalin (*Gori, Georgien 21.12.1879, +Kunzewo, heute zu Moskau 5.3.1953), die Entwicklung durch ein Angebot zu Friedensverhandlungen der Sieger mit einem wiedervereinigten Deutschland aufzuhalten. Nach seinen Vorstellungen sollte die Wiederveinigung verbunden sein mit dem Abzug aller Besatzungstruppen, der Garantie der demokratischen Freiheiten und der Grundrechte, dem Verbot friedensfeindlicher und antidemokratischer Organisationen, der Grenzziehung wie im Potsdamer Abkommen 'festgelegt', dem Aufbau nationaler Streitkräfte zur Landesverteidigung und der Aufnahme Deutschlands in die Vereinten Nationen. In einer Folgenote vom 9.4. erklärte sich Stalin ausdrücklich mit freien Wahlen einverstanden, allerdings erst nach Bildung einer gesamtdeutschen Regierung. Das kam zu spät und hätte auch nichts geändert, denn das Eingehen auf das sowjetische Angebot hätte Verzicht auf die Westintegration der Bundesrepublik bedeutet und zu einer Neutralisierung Deutschlands geführt. Dieser Preis war Adenauer zu hoch, und er drängte die ohnedies ablehnungswilligen Westmächte zur Zurückweisung von Stalins Vorschlag, was mit Note vom 25.3.1952 geschah. Bis heute sind die Debatten nicht verstummt, ob hier frühe Chancen zur Gewinnung der deutschen Einheit verschenkt und die Ostdeutschen der SED-Tyrannei ausgeliefert wurden.
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