Solidarität, allein kann der Mensch nicht überleben, er braucht Gemeinschaft. Die altgriechische Philosophie definierte ihn als 'zoon politikon', als Gesellschaftswesen, und die französischen Revolutionäre stellten 1789 der Forderung nach 'Freiheit' und 'Gleichheit' als ebenbürtig die nach 'Brüderlichkeit', also nach gemeinschaftsbewußtem Handeln an die Seite. Das Fremdwort dafür ist 'Solidarität', die sich aufgrund gleicher sozialer Lage, gemeinsamer Überzeugungen und/oder gemeinsamer Interessen bilden kann. Aus ihr erwächst solidarisches Handeln des einzelnen im Sinn der Gruppe und umgekehrt ('einer für alle, alle für einen'). Während bloße Interessensolidarität mit Erreichen der Ziele endet, sind soziale und Wertesolidarität auf Dauer angelegt und bewähren sich v.a. bei Bedrohungen und im Einstehen für einander, z.B. in der Solidargemeinschaft von Krankenversicherten, in der die Gesunden die Last für die Kranken mittragen, oder im Generationenvertrag des Rentenrechts, nach dem die verdienende Generation die Kosten auch für die aufbringt, die aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind. - 'Solidarität', nach marxistischer Lehre ein Wesensmerkmal des Menschen, das der Kapitalismus zur Herrschaftssicherung unterdrücke, war eine Kernparole der Arbeiterbewegung. In der DDR wurde daher immer wieder 'Klassensolidarität' angemahnt, oder es wurden tatsächliche oder vermeintliche Verstöße dagegen angeprangert.
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