Sicherheitspolitik, die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Friedlosigkeit. Zu allen Zeiten waren Gemeinwesen bedroht und mußten mit Angriffen, Erpressung oder gar Unterwerfung rechnen. Diesen Gefahren vorzubeugen, ist Aufgabe der Sicherheitspolitik, deren drei Hauptsäulen sind: Wehrpolitik durch Auf- oder Ausbau von Streitkräften, Bündnispolitik zur Stärkung des eigenen Lagers und Außenpolitik zum Abbau von Konfliktpotentialen. Nach 1945 und in den ersten Jahren der beiden deutschen Staaten waren die Siegermächte für Sicherheitspolitik zuständig. Erst mit der Wiederbewaffnung, mit der Einbettung von DDR und Bundesrepublik in die jeweiligen Bündnissysteme und mit der Wiedergewinnung der Souveränität wuchs der außenpolitische Handlungsspielraum v.a. des westdeutschen Staates, so daß wieder von einer genuin deutschen Sicherheitspolitik gesprochen werden konnte. Sie profitierte von der atomaren Abschreckung der Supermächte und setzte nach einer Phase der Konfrontation seit Ende der 1960er Jahre zunehmend auf Entspannungspolitik, die das innerdeutsche Verhältnis entkrampfte und schließlich u.a. durch die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) Reformkräfte auch im Ostblock freisetzte und das Ende des Kalten Kriegs brachte. Seitdem setzte eine verstärkte Europäisierung der deutschen Sicherheitspolitik ein, die sich in den Dienst von Friedensaufgaben der NATO und der Vereinten Nationen stellt und am Aufbau sog. Krisenreaktionkräfte mitwirkt.
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