Revisionismus, die Sozialdemokratie war ursprünglich eine marxistisch-revolutionäre Bewegung, und in Rußland setzte sich diese Grundhaltung durch Entwicklung zum Bolschewismus auch durch. In Deutschland aber entschied sich die SPD unter dem Einfluß u.a. von Eduard Bernstein (*Berlin 6.1.1850, +ebnd. 18.12.1932) für die Revision des revolutiären Ansatzes und für die parlamentarische Demokratie. Die diesen Wandel zu einer Reformpartei nicht mitmachen wollten, spalteten sich ab und sammelten sich in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), die nach 1945 im Westen kaum mehr eine Rolle spielte, im Osten aber die SPD aufsog und als Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) Staatspartei der DDR wurde. Ihr galt der Revisionismus als schlimmste Abweichung von der marxistischen Lehre, zu der wesensmäßig Klassenkampf und Weltrevolution gehörten. Gefährlich erschien ihr daher weniger die West-SPD, die im Godesberger Programm letzte marxistische Positionen räumte, sondern Kritiker in den eigenen Reihen. Sie wurden gern als Revisionisten und damit Verräter gebranntmarkt. Auch die Entstalinisierung hatte aus SED-Sicht revisionistische Züge und wurde entsprechend halbherzig umgesetzt.
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