Revanchismus, die DDR fühlte sich vom Wiedervereinigungsgebot der Präambel des Grundgesetzes stets bedroht und sah darin einen Revanchismus (Streben nach Rache) am Werk, der unter Ignorierung der deutschen Schuld am 2. Weltkrieg dessen Ergebnisse korrigieren wolle. Das galt v.a. für die Nichtanerkennung der Oder-Neiße-Linie und die angebliche Politik der 'Einverleibung' der DDR durch die herrschenden konservativen Kräfte in der Bundesrepublik in den 1950er/1960er Jahren. Der Vorwurf wurde gebetsmühlenartig wiederholt und traf auch berechtigtes Streben nach Verhandlungen über strittige Fragen. Erst mit den Ostverträgen der Regierung Brandt, insbesondere mit dem Grundlagenvertrag ließen solche Vorwürfe nach, die Ostberlin aber weiterhin gegenüber Vertriebenenverbänden, Teilen der CDU/CSU und die angeblich von der 'Monopolbourgeoisie' gesteuerten westdeutschen Medien aufrecht erhielt. V.a. die Definition der innerdeutschen Grenze durch das Bundesverfassungsgericht als vergleichbar mit Grenzen der Bundesländer nährte 1973 wieder den Revanchismusverdacht der SED, die ihn auch gern in der Wehrerziehung zur Indoktrinierung der Jugendlichen einsetzte.
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