Pazifismus, von der Friedensbewegung, die er nachhaltig beeinflußte, unterscheidet sich der traditionelle Pazifismus (von lateinisch 'pax' = Frieden) durch die radikale Ablehnung jeglicher militärischen Gewalt, auch solcher zur Verteidigung, und entsprechende Ablehnung von Wehr- wie Wehrersatzdienst. Er entwickelte sich im Lauf des 19. Jh., als die Technisierung des Krieges immer bedrohlichere Formen annahm und die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft zog, und erlitt durch den 1. Weltkrieg einen schweren Rückschlag. Auch danach hatte es der Pazifismus hierzulande nicht leicht, weil ihn die einseitige Abrüstung der Kriegsverlierer in den Augen vieler als perfides Instrument der Sieger erscheinen ließ. Im 3. Reich brutal unterdrückt, fanden pazifistische Elemente mit dem Recht auf Kriegsdienstverweigerung Aufnahme ins Grundgesetz. Der Schock der NS-Gewaltherrschaft aber, die nur durch militärisches Eingreifen von außen zu brechen gewesen war, schwächten pazifistische Positionen. Daß sie selbst bei den Rüstungsgegnern der 1970er/1980er Jahre nur halbherzig vertreten wurden, zeigte sich nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und aufbrechenden ethnischen Konflikten in Europa. Die zur Schau getragene Friedfertigkeit erwies sich nun oft als bloßer Nuklearpazifismus, also Gegnerschaft gegen Atomwaffen.
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