Palast der Republik, die gefestigte DDR der 1970er Jahre brauchte einen Repräsentationsbau und schuf ihn sich in Ostberlin mit dem Palast der Republik dort, wo bis 1950 das Stadtschloß der Hohenzollern gestanden hatte, das die SED hatte sprengen lassen. Der 180 m lange, 85 m breite und 32 m hohe Palast mit seiner bräunlich getönten, spiegelnden Glasfassade wurde mit dem IX. Parteitag der SED vom 18.5./22.5.1976 eingeweiht und dann der Volkskammer als Sitzungs- und Bürogebäude übergeben, in dem 1,750 Mitarbeiter mit Betrieb und Unterhalt beschäftigt waren. Es bot über die parlamentarische Bestimmung hinaus einen Kongreßsaal für 5,000 Personen, gastronomische Betriebe mit 1,500 Plätzen, einen Jugendtreff mit Disko, ein Theater, eine Kunstgalerie sowie weitläufige Tribünen zum Marx-Engels-Platz hin, von denen aus die Partei- und Staatsführung Kundgebungen beiwohnte oder bestellten Jubel entgegennahm. Nach der 'Wende' 1990 stellte sich heraus, daß 720 Tonnen Spritzasbest im Palast verarbeitet worden waren, so daß Gesundheitsgefahren gegeben scheinen (aus diesem Grund am 19.9.1990 geschlossen). Seither wogte der Streit um Erhalt oder Abriß des Prunkstücks des real existiert habenden Sozialismus mit politischen und medizinischen Argumenten unentschieden hin und her.
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