Ostdenkschrift der EKD, die nach 1969 umstrittene und dann gefeierte Ostpolitik der sozialliberalen Koalition zog Konsequenzen aus der Erkenntnis, daß eine Wiedergewinnung der deutschen Ostgebiete illusorisch war, eine Erkenntnis freilich, die nicht erst die Politiker gewannen. Schon 1962 meldete sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit einem Tübinger Memorandum zu Wort, an dem neben Theologen u.a. der Physiker Werner Heisenberg (*Würzburg 5.12.1901, +München 1.2.1976), der Bildungsforscher Georg Picht (*Straßburg 9.7.1913, +Hinterzarten 7.8.1982) und der Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker (*Kiel 28.6.1912) mitgearbeitet hatten. Das Memorandum forderte Versöhnung auch mit Deutschlands östlichen Nachbarn und ging ein in eine Ost- oder Vertriebenendenkschrift der EKD, die am 1.10.1965 veröffentlicht wurde. Darin wurde die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie gefordert, da das Verlangen nach Rückgabe der Ostgebiete die Glaubwürdigkeit deutscher Friedenspolitik beschädige und einer Wiedervereinigung zuwiderlaufe. Die folgende heftige öffentliche Diskussion der Denkschrift trug entscheidend zum Umdenken bei und bereitete der Ostpolitik den Boden.
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