Nationalismus, mit Endeckung der Nation nach den Napoleonischen Kriegen zu Beginn der 19. Jh. entwickelte sich in Deutschland ein besonders ausgeprägter Patriotismus (von lateinisch 'patria' = Heimat, Vaterland). Er stilisierte den deutschen Staat zum Liebesobjekt ('Vaterlandsliebe') und forderte die Bereitschaft, für ihn notfalls das Leben zu opfern. Dieser aus Heimat- und Zughörigkeitsgefühl geborene Patriotismus schlug nach der deutschen Einigung im Kaiserreich, im 1. Weltkrieg und besonders radikal im 3. Reich in aggressiven Nationalismus um ('am deutschen Wesen soll die Welt genesen') und war dadurch nach 1945 nachhaltig beschädigt. Zudem gab es nun zwei Deutschlands, so daß ein deutscher Patriotismus nur ein teilstaatlicher sein konnte und dem Nationalismus der Boden entzogen war. Ein Verfassungspatriotismus, also Stolz auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung, wie er in der Bundesrepublik propagiert wurde, bildete sich nur in Ansätzen im Bildungsbürgertum; der 'sozialistische Patriotismus', der nach SED-Lehre die Verbindung von Klassenbewußtsein und Vaterlandsliebe sei, blieb in der DDR eine Propagandaphrase. Mit der Wiedervereinigung kehrte der traditionelle Patriotismus zurück, der - wohl auch wegen des Nachholbedarfs - bereits wieder eine gefährliche Tendenz zur Abwertung anderer Nationen zeigt und damit erneut zu einem Nationalismus zu entarten droht.
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