Nationale Volksarmee 2, Wehrdienst wurde in der DDR als 'Ehrenpflicht' ausgegeben, die dem Schutz des Vaterlandes und der 'Errungenschaften der Werktätigen' diene. Offiziell galt die NVA als Instrument zur Verteidigung, doch wurde diese so offensiv verstanden, daß in Planungen von Vorstößen bis zum Atlantik innerhalb von zwei Wochen die Rede war. Erst nach der Entspannung an der innerdeutschen Grenze durch den Grundlagenvertrag setzten sich realistischere Konzepte durch. Trotz der hohen Gefechtsbereitschaft der NVA nämlich war ihr technischer Standard aufgrund von bürokratischen Hemmnissen bei der Beschaffung und wegen der immer prekären Ersatzteillage ungenügend. Die Motivation der Soldaten litt zudem unter dem hohen Druck (kaum Ausgang, Entfremdung von der Familie, karger Sold u.a.), der auch durch die ständige politisch-ideologische Schulung erzeugt wurde. Sie setzte schon in jungen Jahren ein und endete auch nicht nach Ableistung des Wehrdienstes. Von Jugendlichen wie Reservisten wurde Engagement in der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) erwartet. Fernbleiben führte ebenso zu Nachteilen in Ausbildung oder Beruf wie die offiziell nicht vorgesehene Wehrdienstverweigerung.
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