Montagsdemonstrationen, bei den Protesten der DDR-Bevölkerung gegen die SED-Diktatur im Herbst 1989 spielte Leipzig eine besondere Rolle. Um einen Kern von Oppositionellen, die sich zu Friedensandachten in der Nikolaikirche versammelten, bildete sich eine wachsende Schar von Bürgerrechtlern die am 4.9. erstmals zu einer größeren Demonstration zusammenkamen und Transparente zeigten wie 'Reisefreiheit statt Massenflucht'. Die Staatsmacht griff hart durch, konnte aber nicht verhindern, daß sich nun allwöchentlich eine dramatisch anschwellende Menge zu den 'Montagsdemonstrationen' genannten Protesten in der Leipziger Innenstadt versammelte. Gefährlich eskalierte der Konflikt zwei Tage nach den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung, als am 9.10. über 70,000 Demonstranten auf dem Karl-Marx-Platz zusammenströmten. Trotz eines Befehls Honeckers, mit Gewalt gegen sie vorzugehen, verlief die Kundgebung friedlich. Die Führung der Gruppe Sowjetischer Streitkräfte in Deutschland (GSSD) hatte signalisiert, daß sie anders als am Siebzehnten Juni 1953 (Juniaufstand) nicht eingreifen würde. Den Höhepunkt erreichten die Montagsdemonstrationen am 13.11., als 200,000 Menschen den Sturz der SED verlangten mit Rufen wie 'Wir sind das Volk!'. Daraus entstand bald die Forderung nach Wiedervereinigung: 'Wir sind ein Volk!' Leipzig wurde für diese Rolle bei der 'Wende' als 'Heldenstadt' gefeiert.
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