Massenorganisationen, totalitäre Systeme bemühen sich um möglichst lückenlose Erfassung ihrer Bürger. Neben die Staatspartei SED, aber von ihr gelenkt, traten daher in der DDR andere Parteien, die im Blocksystem gleichgeschaltet waren, und Massenorganisationen, die die Menschen in der Berufs- oder Freizeitwelt erreichen sollten. Sie waren nominell selbständig, de facto aber Instrumente der SED, der Beitritt war nominell frei, doch gehörte die Mitgliedschaft in wenigstens einer der Massenorganisationen zu den Mindestanforderungen an das politische Engagement, ohne das sich Berufs- und Lebenschancen deutlich verschlechterten. Wie die Staatspartei nach dem Prinzip des Demokratschen Zentralismus organisiert, sollten die Massenorganisationen ihre Mitglieder der politischen Lenkung und Beeinflussung durch die Partei zuführen, sie für den 'Aufbau des Sozialismus' mobilisieren und ihre Weltanschauung kommunistisch prägen. Sie hatten zudem 'Kader bildende Funktion', d.h. sie sollten die Mitglieder zum Eintritt in die Partei und zur Übernahme von Aufgaben in Partei, Staat und Wirtschaft anhalten. Die wichtigsten Massenorganisationen waren: Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB), Freie Deutsche Jugend (FDJ), Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD), Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF), Gesellschaft für Sport und Technik (GST), Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). Ihnen standen je nach Bedeutung Sitze in der Volkskammer zu.
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