Marshallplan, die USA trugen nach dem Krieg nicht nur die Hauptlast der Ernährung Deutschlands, sondern mußten auch ihren erschöpften Verbündeten unter die Arme greifen. Sollte Europa vom Kostgänger zum Partner und Markt für US-Waren werden, brauchte es Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu entwarf US-Außenminister George C. Marshall (*Uniontown, Pennsylvania 31.12.1880, +Washington 16.10.1959) am 5.6.1947 in einer Rede ein Programm, das auch den sowjetisch besetzten Teil Europas einbezog. Moskau aber lehnte ab, und so flossen nach Zustimmung des Kongresses (3.4.1948) bis 1952 größtenteils als verlorene Zuschüsse oder langfristige Kredite etwa 13 Mrd. Dollar in 16 westliche Staaten, über 1.7 Mrd. allein in den Westteil des zerstörten Deutschlands. Sie wurden hier nach der Währungsreform v.a. investiert in der Gundstoffindustrie, im Verkehrswesen, in der Landwirtschaft und im Wohnungsbau. Das European Recovery Program (ERP, Europäisches Wiederaufbauprogramm), kurz Marshallplan genannt, lag auch im Eigeninteresse der USA, da es der politischen Stabilisierung diente und die Politik des Containment wirkungsvoll flankierte. Ein Teil der Mittel floß zudem zurück durch Käufe der Empfänger in den USA.
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