Kriegsgefangene 2, weit härter, wenn auch nicht ganz so hart wie die Russen in deutscher Gefangenschaft, traf das Schicksal die deutschen Soldaten in sowjetischem Gewahrsam. Die UdSSR hatte die Genfer Konvention nicht ratifiziert, bot aber am 17.7.1941, also drei Wochen nach dem deutschen Überfall, ihre Beachtung auf Gegenseitigkeit an. Da Berlin nicht reagierte und bald bekannt wurde, daß gefangene Rotarmisten in deutscher Hand zu Hundertausenden verhungerten, an Seuchen starben oder summarisch erschossen wurden, sah sich auch Moskau nicht an das Angebot gebunden. Von den in den ersten beiden Jahren des Rußlandfeldzugs gefangenen deutschen Soldaten kamen über 90 % um, von den am 31.1./2.2.1943 in Stalingrad gefangenen 90,000 Deutschen sahen nur 6,000 die Heimat wieder. In den Lagern starben bei entsetzlichen Zuständen insgesamt 1,094,250 deutsche Gefangene (von 3.35 Mio.), viele davon als willkürlich verurteilte 'Kriegsverbrecher' bei der Zwangsarbeit in Sibirien. Die hohe Todesrate lag auch an der Dauer der Gefangenschaft: Erst beim Besuch Adenauers in Moskau im Sept. 1955 konnte die Freilassung der letzten Gefangenen gegen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der UdSSR und der Bundesrepublik ausgehandelt werden. Sie kehrten bereits in das Westdeutschland des Wirtschaftswunders zurück.
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