Konzertierte Aktion, die Bundesrepublik erlebte 1966/1967 die erste - nach heutigen Maßstäben kaum nennenswerte - Wirtschaftskrise, die zur Ablösung der Regierung Erhard und zur Bildung der Großen Koalition beitrug. Der neue Wirtschaftsminister Schiller entsann sich eines Vorschlags des Sachverständigenrats zur Abstimmung des Verhaltens der wichtigsten am Wirtschaftsleben beteiligten Gruppen und rief die Konzertierte Aktion ins Leben, institutionalisiert durch das Stabilitätsgesetz vom 8.6.1967. An den in unregelmäßigen Abständen abgehaltenen Gesprächsrunden der Aktion beteiligten sich Regierung, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Handels-, Bauern-, Handwerks-, Sparkassen- und Bankenverbände, die Bundesanstalt für Arbeit, der Sachverständigenrat u.a. Sie tauschten Informationen aus, diskutierten konträre Positionen und die wirtschaftliche Lage, entwickelten Orientierungsdaten und einigten sich auf ungefähre Zielvorgaben. Kritiker, v.a. aus dem Lager der Gewerkschaften, sahen darin eine Untergrabung der Tarifautonomie. Als die Arbeitgeber1977 gegen das Gesetz zur Mitbestimmung Klage beim Bundesverfassungsgericht erhoben, verließen die Gewerkschaften die Konzertierte Aktion, die damit ihr Ende fand.
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