Kommerzielle Koordinierung 2, die KoKo betreute Firmen im 'nicht-sozialistischen Wirtschaftsgebiet', in der Bundesrepublik annähernd 20 Unternehmen, die der SED politisch verbunden waren; über eine in Bochum ansässige Holdinggesellschaft und Strohmänner in Liechtenstein und in der Schweiz flossen die Gewinne nach Ostberlin. Die KoKo bemühte sich um Zugriff auf westliche High-Tech-Produkte für den militärischen Bereich, lieferte NVA-Überschußbestände in die Krisenregionen der Welt (im 1. Golfkrieg sogar an die Kriegsgegner Iran und Irak gleichzeitig) und verschleuderte über die 'Kunst- und Antiquitäten GmbH' Kulturgut der DDR in alle Welt. Nicht einmal vor dem Handel mit NS-Relikten schreckte sie zurück. Die weltweit ca. 160 von der Koko unterhaltenen Firmen verschafften der DDR zwischen 1966 und 1987 Deviseneinnnahmen von rd. 29 Mrd. DM - zu wenig, um der chronischen Devisennot der DDR wirklich abzuhelfen. Nach der Wiedervereinigung befaßte sich 1991/1994 ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß mit der KoKo. Die Treuhandanstalt wurde beauftragt, das Finanzimperium aufzulösen; es gelang ihr, rd. 1.5 Mrd. DM (West) KoKo-Gelder aufzufinden, nach weiteren Mrd. DM wird bis heute gefahndet.
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