Kommerzielle Koordinierung (KoKo), 1966 wurde im Ministerium für Außenhandel der DDR ein 'Bereich Kommerzielle Koordinierung' gebildet. 1972 erhielt diese Dienststelle den Status einer Valutabehörde und eines Devisenausländers, so daß sie internationale Bankgeschäfte tätigen und Konten unterhalten konnte. Die Stasi sicherte sich Einfluß auf die KoKo durch gezielte Plazierung von 'Offizieren im besonderen Einsatz' (DDR-Kürzel: OibE), zu denen auch der KoKo-Chef Alexander Schalck-Golodkowski selbst gehörte. Die KoKo operierte unkontrolliert und in einem rechtsfreien Raum, die Geschäftsführung wurde konspirativ betrieben, auch die einzelnen Abteilungen wußten kaum voneinander. Formell zwar immer noch dem Ministerium für Außenhandel unterstellt, war die KoKo jedoch tatsächlich seit 1976 in den Apparat des ZK der SED eingegliedert und unterstand dort dem ZK-Sekretär für Wirtschaft Mittag. Dieser, wie auch Honecker und Mielke, die als einzige in die Tätigkeit der KoKo eingeweiht waren, ließen ihr freie Hand. Mit den Geschäften der KoKo hoffte die DDR-Führung der ständig wachsenden Auslandsverschuldung zu begegnen. Die sorgfältig abgeschottete Behörde sollte Devisen beschaffen - egal wie.
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