Kirche und Staat 2, in der DDR bestand zwischen Staat und beiden großen Kirchen ein Spannungsverhältnis. Dennoch unterließ es die SED, die Kirchen grundsätzlich in Frage zu stellen. Weder wurde ihre Abschaffung angestrebt, noch eine Privatisierung. Die Einheitspartei versuchte lediglich, den öffentlichen Einfluß der Kirchen zurückzudrängen oder doch auf den Status quo zu beschränken, das gesellschaftliche Leben vollständig zu säkularisieren sowie christliches Brauchtum durch sozialistisches zu ersetzen (z.B. Namensweihe statt Taufe, Jugendweihe statt Konfirmation, sozialistische Eheschließung statt kirchlicher Trauung). Einer ersten Phase (ca. 1949/1958), in der das Ziel im Vordergrund stand, die Position der Kirchen in der Gesellschaft wo immer möglich zu beschneiden, folgte eine zweite (bis 1971), die geprägt war durch den Kampf gegen die gesamtdeutsche Kirchenorganisation, insbesondere der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit 1971 verliefen dann die Auseinandersetzungen gedämpfter, es begann eine Politik begrenzter Partnerschaft zwischen Kirche und Staat bei fortbestehender ideologischer Kluft. Aus der Friedensarbeit der Kirchen erwuchs dann Anfang der 1980er Jahre eine autonome Friedensbewegung, die der staatlich verordneten entgegentrat und erheblich mit zum Ende der SED-Herrschaft beitrug.
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