Jugendweihe, nach dem Aufstand in der DDR (Siebzehnter Juni) ging die SED vom Konfrontationskurs gegen die Kirchen zu subtileren Methoden über. Bei der Gewinnung der Jugend konnte sie dabei auf ein im 19. Jh. entstandenes Ritual zurückgreifen, das durch die Arbeiterbewegung weitergeführt und schon in der SBZ von freigeistigen Verbänden wieder aufgegriffen worden war: die Jugendweihe. Sie sollte an die Stelle von Konfirmation und Firmung treten und bei Ende der Schulpflicht Jugendliche feierlich in die erwachsene Gemeinschaft aufnehmen. Am 14.3.1954 beschloß das Politbüro, eine solche Feier allen Jugendlichen anzubieten und sie darauf mit 'lebenskundlichem' Unterricht vorzubereiten, der marxistisch-leninistisch geprägt sein sollte. Ein Zentraler Ausschuß für Jugendweihe übernahm die Planung, und schon 1955 fanden erste Weihen statt. In ihrem Mittelpunkt stand das Gelöbnis, das im Chor von den 14/15jährigen gesprochen wurde und die Verpflichtung enthielt, sich für die 'allseitige Stärkung und das Wohl des sozialistischen Vaterlandes' einzusetzen. Das wurde erklärt, die Jugendlichen seien nun in die 'Gemeinschaft aller Werktätigen unserer Deutschen Demokratischen Republik' aufgenommen.
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