John-Affäre, nach Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag des Attentats auf Hitler am 20.7.1954 verschwand der Präsident des bundesdeutschen Verfassungsschutzes Otto John (*1909, +1997) scheinbar spurlos. Zwei Tage später meldete er sich über den DDR-Rundfunk mit einer Ansprache 'an meine Mitbürger', in der er als Ursache für sein Überlaufen in die DDR die neuen Karrieren alter Nazis wie Globke in der Bundesrepublik und die Politik Adenauers nannte, die eine Wiedervereinigung unmöglich mache. Am 12.12.1955 kehrte John ebenso überraschend in die Bundesrepublik zurück und erklärte, er sei damals vom sowjetischen Geheimdienst entführt worden und habe nur zum Schein mitgemacht, um bei passender Gelegenheit zu fliehen. Damit fand er vor dem Bundesgerichtshof keinen Glauben, wurde am 23.12.1956 zu 4 Jahren Haft verurteilt und nach 18 Monaten freigelassen. Seitdem kämpfte John bis zu seinem Tod vergeblich um seine Rehabilitierung, obwohl ehemalige sowjetische Geheimdienstler und ostdeutsche Zeugen nach dem Zusammenbruch der DDR seine Version in einigen Punkten stützten.
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