Heimkehrer, ein kaum zu bewältigendes Problem stellten für das besetzte und zertrümmerte Deutschland und danach für die beiden deutschen Staaten die Heimkehrer aus Gefangenschaft dar. Die Westmächte entließen ihre Kriegsgefangenen sehr rasch, so daß die Westzonen schon früh riesige Kontingente aufnehmen mußten. Die Ostgefangenen kamen später, strömten aber ebenfalls überwiegend nach Westen und stellten die junge Bundesrepublik vor schwere Aufgaben, zumal auch der Zustrom von Flüchtlingen aus den Ostgebieten und aus der DDR bewältigt werden mußte. V.a. die Spätheimkehrer hatten ihre Familien oft viele Jahre nicht gesehen und waren vielfach gesundheitlich angeschlagen. Mit einem Heimkehrergesetz (HKG) vom 19.6.1950 und dem Kriegsgefangenen-Entschädigungsgesetz (KgfEG) vom 2.2.1954 wurden die dringlichsten Fragen geregelt: Danach standen nach dem 1.1.1947 heimgekehrten Gefangenen Hilfen zur Wiedereingliederung zu, doch waren die Mittel so knapp bemessen, daß erst nach mehrfachen Novellierungen der Gesetze die Forderungen des am 18.3.1950 gebildeten Verbandes der Heimkehrer erfüllt werden konnten: Entschädigung für die Arbeit in fremdem Gewahrsam, Beihilfen zur Beschaffung von Hausrat, Darlehen zur Existenzsicherung, Ausgleich von Nachteilen in der Rentenversicherung u.a. Politisch stellten die Heimkehrer ein stabilisierendes Moment dar, weil die Erfahrungen mit brauner (im Krieg) wie roter Diktatur (in der Gefangenschaft) gegen radikale Positionen immunisierte.
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