Gorleben, die kleine niedersächsische Gemeinde Gorleben am linken Elbufer (rund 600 Einwohner) im Kreis Lüchow-Dannenberg wurde seit den 1980er Jahren zu einem Brennpunkt im Kampf um die Kernenergie. Die dortigen geologischen Verhältnisse und ein Salzstock bieten nach Meinung einiger Fachleute die besten Voraussetzungen zur Endlagerung von Atommüll. Andere Experten verweisen auf die langen Halbwertszeiten vieler radioaktiver Substanzen und halten eine Garantie der Sicherheit eines solchen Lagers für derartige Zeiträume für unmöglich. Schon die Einrichtung eines Zwischenlagers für schwach radioaktive Abfälle, das 1983 den Betrieb aufnahm, führte zu bundesweiten Protesten, Konflikten zwischen der Landesregierung und dem Bund sowie zu Blockademaßnahmen von Kernkraftgegnern vor Ort. Der weitere Ausbau des 'Entsorgungsparks' Gorleben zu einem Endlager auch für hochradioaktiven Müll stößt auf immer massivere Gegenwehr. Erste Transporte aus Kernkraftwerken mit Atommüll in sog. Kastor-Behältern nach Gorleben wurden 1995 auf der ganzen Strecke behindert und konnten nur unter aufwendigem Polizeischutz abgewickelt werden.
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