Gesundheitswesen 2, daß Verstaatlichung keine Lösung ist, zeigte das Beispiel der DDR, die damit eine Massenflucht von Ärzten auslöste und die Leistungsbereitschaft nachhaltig untergrub. Ihr Gesundheitswesen wurde schon von der SMAD nach sowjetischem Vorbild ausgerichtet. Die SED ging diesen Weg konsequent weiter, ließ zwar die niedergelassenen Ärzte unbehelligt, genehmigte aber bald keine neuen Privatpraxen mehr, sondern nur noch staatliche. Der stationäre Bereich wurde völlig verstaatlicht, ein Netz von Polikliniken sollte die medizinische Versorgung sichern, doch machte ständiger Personalmangel alle Planvorgaben immer wieder zunichte. Daher wurde ein nichtakademischer medizinischer Mittelbau gefördert, der die Ärzte von untergeordneten Tätigkeiten entlastete. Außerdem wurden die weitgehend abgeschafften Titel wie Medizinalrat u.a. zur Aufwertung des ärztlichen Berufs seit 1969 wieder eingeführt. Damit besserte sich aber weder die Misere auf baulichem Gebiet noch die schlechte Versorgung mit medizinischem Gerät und hochwertigen Pharmaka. Sie konnte wegen der angespannten Devisenlage bis zum Schluß nicht behoben werden. Hinzukam staatliche Verdrängung schwerer volksgesundheitlicher Probleme wie Alkoholismus oder Atemwegserkrankungen aufgrund der katastrophalen Umweltsituation in vielen Regionen.
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