Genossenschaften, in kapitalistischen Marktwirtschaften haben es kleine Gewerbetreibende, Handwerker, Bauern u.a. schwer, sich gegen die großen Unternehmen zu behaupten. Seit Mitte des 19. Jh. entwickelte sich daher auch in Deutschland bei zunehmender Industrialisierung ein immer verzweigteres Genossenschaftswesen: Kleinproduzenten und -Händler schlossen sich zu Selbsthilfeorganisationen zusammen, die den Mitgliedern ('Genossen') im Konkurrenzkampf besseren Rückhalt geben (z.B. durch Kreditvergabe), effektiveres Wirtschaften ermöglichen (z.B. gemeinsame Nutzung teurer Maschinen) und am Markt größeres Gewicht verleihen (z.B. gemeinsame Werbeaktionen). Im 3. Reich weitgehend gleichgeschaltet oder gar enteignet (z.B. die Konsumgenossenschaften), blühten die Genossenschaften nach 1945 wieder auf und erreichten z.T. Geschäftsvolumina, die sie großen Aktiengesellschaften gegenüber durchaus konkurrenzfähig machten. Ihre wirtschaftliche und politische Bedeutung wuchs noch durch Zusammenschluß in Spitzenverbänden, die eine beachtliche Lobby darstellen.
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