friedliche Koexistenz, Lenin (*Simbirsk 22.4.1870, +Gorki 21.1.1924) prägte als erster die Bezeichnung 'friedliche Koexistenz' für das friedliche Nebeneinanderleben verschiedener Gesellschaftsordnungen. KPdSU-Chef Nikita Chruschtschow (*Kalinowka, Kursk 17.4.1894, +Moskau 11.9.1971, im Amt 1953/1964) erklärte sie in seiner Rede auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 zur Maxime der sowjetischen Außenpolitik. Zugrunde lag die Erkenntnis, daß das - keineswegs aufgegebene - Ziel der Weltrevolution im Zeitalter des atomaren Patts nicht mit militärischen Mitteln zu erringen sei. Vielmehr sollte die Sowjetunion versuchen, mit wirtschaftlicher, technischer und wissenschaftlicher Hilfe die neutralen Staaten Asiens und Afrikas auf ihre Seite zu ziehen und so das weltpolitische Gleichgewicht zu verändern. Der propagierte 'friedliche Wettbewerb' mit dem Westen umfaßte dabei aber auch die massive militärisch-politische Unterstützung 'revolutionärer' Freiheitsbewegungen in kolonialen oder halbkolonialen Ländern. Als typische Beispiele der Politik der friedlichen Koexistenz in Mitteleuropa galten nach Auffassung der Sowjetunion die in den 1970er Jahren abgeschlossenen Verträge der Bundesrepublik mit der UdSSR, mit Polen und der DDR, dasBerlinabkommen sowie die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE).
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