Fremdenfeindlichkeit, geschlossene Gruppe wie Familien, Sippen, Stämme bis hin zu Völkern reagieren mit Abwehr gegen Fremde. Diese von den Soziologen mit dem griechischen Wort Xenophobie bezeichnete Fremdenfeindlichkeit spielte in den ersten Jahren nach dem Krieg kaum eine Rolle und äußerte sich allenfalls vereinzelt durch Beschimpfungen von Soldaten der Siegermächte. War dies vielfach auf Sexualneid zurückzuführen, so gewann die Fremdenfeindlichkeit durch den Zuzug von Gastarbeitern in dem Moment an Boden, als in den 1970/1980er Jahren die Arbeitslosigkeit wuchs und ein Element des Sozialneids hinzutrat. Bedrohliche Ausmaße aber nahm das Problem erst an, als die DDR zusammenbrach und aufgestauter Nachholbedarf in den neuen Bundesländern diese Neidkomponente verstärkte bei gleichzeitigem Wegfall der scharfen staatlichen Überwachung. Hinzu kam zu Beginn der 1990er Jahre der dramatische Zustrom an Menschen, die um Asyl baten, doch wurde das 'Mengenproblem' immer überbewertet: Bei einem Ausländeranteil von nun 1.2 % kam es in Brandenburg1993 zu 77 Übergriffen pro 10,000 Ausländern, in Hamburg, der Stadt mit dem höchsten Anteil (13.8 %), wurden nur 10 Fälle registriert.
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