Flick-Affäre, seit Mitte der 1970er Jahre beschäftigte sich die Steuerfahndung im Raum Bonn, später auch die Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen verstärkt mit der Praxis der Parteien, Spenden aus der Wirtschaft auf dem Umweg über gemeinnützige Organisationen an sich selbst weiterzuleiten. Im Zentrum er Ermittlungen stand dabei der Flick-Konzern, dessen Zuwendungen hauptsächlich an CDU und FDP, in geringem Umfang auch an die SPD geflossen waren. Von Juni 1983 bis März 1985 tagte ein Untersuchungsausschuß des Bundestages zu diesem Thema; eine der Konsequenzen seiner Nachforschungen war im September 1984 der Rücktritt Barzels vom Amt des Bundestagspräsidenten. Der von Aug. 1985 bis Feb. 1987 dauernde Strafgerichtsprozeß gegen den Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch sowie die früheren Wirtschaftsminister Hans Friderichs und Lambsdorff endete mit Verurteilungen wegen Steuerhinterziehung. Die Flick-Affäre, auch Parteispendenaffäre genannt, hatte durch den Vertrauensverlust der Parteien maßgeblichen Anteil an der umsichgreifenden 'Politikverdrossenheit'.
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