Erhard, Ludwig, *Fürth 4.2.1897, +Bonn 5.5.1977 - Nach zweijähriger Soldatenzeit im 1. Weltkrieg studierte Erhard Volks- und Betriebswirtschaft und gründete nach Dozentenjahren 1942 eine eigene Forschungsstelle. Ihrer bedienten sich 1945 die US-Besatzungsbehörden bei der Planung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus. Erhard wurde so 'Vater' der Währungsreform, die die Grundlage zum späteren Wirtschaftswunder legte. Auf Erhard ging das Konzept der sozialen Marktwirtschaft zurück, das er als CDU-Mitglied in der Partei (Düsseldorfer Leitsätze) und als Bundeswirtschaftsminister seit 1949 im Staat durchsetzte. Trotz des Widerstands Adenauers machte die CDU den beliebten Wirtschaftsprofessor im Okt. 1963 zu dessen Nachfolger. Doch ausgerechnet auf seinem ureigensten Gebiet scheiterte Erhard, als er sich nicht in der Lage zeigte, Begehrlichkeiten einzudämmen und interne Konflikte zu regeln. Maßhalteapelle ersetzten entschlossenes Handeln, nebulöse Visionen einer 'formierten Gesellschaft' ließen sich der Öffentlichkeit nicht vermitteln und Kollisionen mit den Intellektuellen ('Pinscher') verschlissen das Image des Erfolgspolitikers. Im Dez. 1966 trat er zurück, nachdem die FDP die Koalition verlassen hatte, und machte einer Regierung der Großen Koalition unter Kiesinger platz.
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