Entstalinisierung, den Kampf um die Nachfolge des am 5.3.1953 verstorbenen sowjetischen Diktators Stalin gewann Nikita Chruschtschow (*Kalinowka, Kursk 17.4.1894, +Moskau 11.9.1971, im Amt 1953/1964). Er verurteilte auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 den Stalinismus, prangerte die Verbrechen Stalins und den Personenkult um ihn an und setzte damit Impulse für eine Lockerung der Systeme im gesamten Ostblock. Als es daraufhin in Polen zu Unruhen und in Ungarn sogar zu einem Volksaufstand gegen die sowjetische Vorherrschaft kam, setzte Moskau Truppen ein und versuchte, die Zügel wieder anzuziehen. Das wurde v.a. in der DDR begrüßt, die in frischer Erinnerung an den Aufstand vom Siebzehnten Juni 1953 (Juniaufstand) um ihre Stabilität fürchtete. Die Konfrontation um Berlin Ende der 1950er Jahre und der Bau der Berliner Mauer1961 verschafften noch einmal eine Atempause, ehe sich auch Ostberlin auf die Entspannungspolitik einstellen mußte. Nach einer Phase der Neostalinisierung unter dem alten KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew (*Dnjeprodserschinsk 19.12.1906, +Moskau 10.11.1982) führte Parteichef Michail Gorbatschow (*Priwolnoje Kreis Stawropol 2.3.1931) seit 1985 die Entstalinisierung durch Rehabilitierung der Opfer, Auflösung der Straflager und Aufgabe des Führungsanspuchs der KPdSU gegenüber den 'Bruderparteien' konsequent zuende; die anderen Ostblockstaaten folgten dem Reformkurs. Nur die DDR sperrte sich und zerbrach schließlich in der Isolierung, da sie den Protest ihrer Bevölkerung allein nicht mehr zu kontrollieren vermochte.
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