Dissidenten, ursprünglich wurden andersgläubige und -bekennende Personen im kirchlichem Bereich nach dem lateinischen Wort 'dissidere' (= nicht übereinstimmen) als Dissidenten bezeichnet. In neuerer Zeit kam es zu einer Begriffsausweitung in den politischen Sprachgebrauch: Mit Dissidenten meinte man v.a. die Regimekritike in den kommunistischen Staaten, die sich in Bürgerbewegungen zusammenfanden oder als prominente Einzelkämpfer, wie Havemann in der DDR, auftraten. Häufig vertraten sie selbst kommunistische Positionen, verlangten aber die Einhaltung der Menschenrechte sowie Reformen am erstarrten System und wandten sich gegen Stalinismus und Personenkult. Die Partei- und Staatsführungen gingen gegen die Dissidenten z.T. massiv vor, verhängten Berufs-, Schreib- und Reiseverbote oder griffen gar zum Mittel der Verbannung wie im Fall des sowjetischen Regimekritikers Andrej Sacharow (*Moskau 21.5.1921, +ebd. 14.12.1989) oder zur Ausbürgerung wie im Fall Biermann. Mit Beginn der Reformpolitik in der UdSSR seit 1985 schwoll die Protestbewegung auch in der DDR an, ein wesentlicher Faktor für den Zusammenbruch der SED-Herrschaft 1989.
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