Bürgerbewegung, seit Beginn des Reformkurses des sowjetischen Partei- und Staatschefs Michail Gorbatschow 1985 machten sich auch in der DDR Reformgruppen bemerkbar, die mehr Bürgerrechte forderten. Die wichtigsten waren: Die 1985 gegründete Initiative für Frieden und Menschenrechte, das Neue Forum vom Sept. 1989, die gleichzeitig entstandene Gruppe Demokratie Jetzt und der einen Monat später ins Leben gerufene Demokratische Aufbruch. Hinzu kamen Friedens- und Umweltgruppen, in denen wie in den größeren Bürgerbewegungen v.a. Intellektuelle, Pfarrer, Studenten, Künstler und Wissenschaftler aktiv waren. Ihre Forderungen nach freien Wahlen, Rechtsstaatlichkeit, Presse- und Reisefreiheit wurden lauter mit der wachsenden Fluchtwelle aus der DDR im Herbst 1989 und gipfelten in den Parole der Leiziger Montagsdemonstrationen: 'Wir sind das Volk'. Als daraus die Wiedervereinigungsformel 'Wir sind ein Volk' wurde, entglitt den Bürgerrechtlern die Revolution. Sie hatten an Runden Tischen eine reformierte DDR ohne Staatssozialismus entworfen, fanden dafür aber keinen Rückhalt in der Bevölkerung, wie das Abschneiden des von ihnen geschlossenen Bündnisses 90 bei den Wahlen bewies.
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