Böll, Heinrich, *Köln 21.12.1917, +Krenzau (Kreis Düren) 16.7.1985 - Nach einer Buchhändlerlehre hatte Böll gerade zu studieren begonnen, als er 1939 eingezogen wurde. Er begann nach dem Krieg, das große Sterben literarisch zu verarbeiten in Büchern wie 'Der Zug war pünktlich' (1949) oder 'Wo warst du, Adam' (1951). In seinen späteren Werken kritisierte Böll die restaurativen Tendenzen in der Bundesrepublik und engagierte sich für politisch verfolgte Kollegen in Ost und West. Die Wohlstandsgesellschaft prangerte er an in Romanen wie 'Billard um halbzehn' (1959) oder 'Gruppenbild mit Dame' (1971). Die Demontage des Rechtsstaats und die Verrohung durch Revolverjournalismus sind Thema seines Romans 'Die verlorene Ehre der Katharina Blum' (1974). Böll, der 1972 den Nobelpreis erhielt, wurde von rechts als 'Sympathisant' der Terroristen der Baader-Meinhof-Gruppe diskriminiert und von links als Mitkämpfer in der Friedensbewegung zum 'Gewissen der Nation' stilisiert.
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