Arbeiterfestspiele, der V. Parteitag der SED beschloß 1958, daß 'die Arbeiterklasse die Höhen der Kultur erstürmen und von ihnen Besitz ergreifen' solle. Dazu rief der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) Arbeiterfestspiele mit Theater, Kunstausstellungen, Filmen, Kabaretts, Konzerten, Konferenzen (z.B. 'der schreibenden Arbeiter') ins Leben, die als Gegenstück zu den 'bürgerlich-dekadenten' westdeutschen Ruhrfestspielen gedacht waren. Im Juni 1959 fanden unter Beteiligung auch von Künstlern aus anderen sozialistischen Ländern die ersten Arbeiterfestspiele im Bezirk Halle statt. Sie wurden bis 1972 jährlich, dann alle zwei Jahre in wechselnden Bezirken veranstaltet (zum letzten Mal 1988) und hatten zunächst die Aufgabe, Laien- und Berufskunst enger zu verknüpfen. Später wurden sie reine 'Leistungsschauen der kulturschöpferischen Kräfte der Arbeiterklasse' und nahmen umrahmt von Musikparaden der NVA-Orchester Volksfestcharakter an. Flankierend dazu wurden seit 1970 Betriebsfestspiele abgehalten, die auch zur Talentförderung und -sichtung gedacht waren.
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