Arbeiter- und Bauernmacht, in den sozialistischen Staaten hatte angeblich das Proletariat die Macht übernommen und übte sie in einer Koalition von Bauern- und Arbeiterschaft aus. Die Erweiterung des Proletariatsbegriffs um die Bauern ging zurück auf Lenin und die Revolution in Rußland 1917, das damals noch weitgehend agrarisch geprägt war. Obwohl das auf die DDR kaum noch zutraf, bezeichnete sich der SED-Staat seit 1952 offiziell als 'Arbeiter- und Bauernmacht'. Zu Betonung des Siegs der Revolution erhielten auch einige Einrichtung das proletarische Etikett: An den Hochschulen wurden seit 1949 Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten (ABF) eingerichtet zur 'Brechung des bürgerlichen Bildungsprivilegs' durch kostenlose Vorbereitung von Unterschichtkindern auf die Hochschulreife; die am 13.5.1963 berufene Kommission des ZK der SED und des Ministerrats zur Kontrolle der wirtschaftlichen Planvorgaben, der Einhaltung der Beschlüsse der Volkskammer und der Verordnungen des Ministerrats wurde Arbeiter-und-Bauern-Inspektion (ABI) genannt; sie sollte 'der Festigung der Staatsdisziplin und der Wahrung der sozialistischen Gesetzlichkeit' dienen.
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