Agrarpolitik 2, in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg ging es zunächst nur um Steigerung der Agrarproduktion zur Versorgung der Bevölkerung. Die größte Not war nach einem Jahrfünft behoben, strukturelle und soziale Probleme traten in den Vordergrund, die in der Bundesrepublik besonders drängend wurden nach Bildung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, 1958), die eine Agrarunion aller Mitgliedsstaaten anstrebt. Im hochindustrialisierten Westdeutschland bedeutete das vor allem für die landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe oft das Aus, die Anzahl der Höfe ging drastisch zurück (1949: 1.65 Mio., 1993: 570,000), die Einkommensentwicklung der verbleibenden Betriebe hielt mit der in anderen Wirtschaftszweigen nicht Schritt. Das ließ sich sozial nur durch erhebliche Finanzhilfen (1993: 30.5 Mrd. DM) abfangen. Zudem kam es in der Gemeinschaft zu Überproduktionen, die entweder mit erheblichen Verlusten auf dem Weltmarkt verkauft oder aber vernichtet werden mußten (über 50 % des EU-Haushalts von 1994 rd. 150 Mrd. DM werden für den Agrarsektor aufgebracht).
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